PROJEKTÜBERSICHT

DigiRoot

Bodenlockerung durch Kompost

Auf etwa 50 Prozent des Ackerlandes in Deutschland ist die Durchwurzelung des Bodens durch Verdichtungen begrenzt. Auf den sandigen Böden Brandenburgs entstehen Unterbodenverdichtungen durch schwere Technik und den Anbau flachwurzelnder, einjähriger Pflanzen. Eine Tiefenlockerung mit dem Pflug bringt nur kurzfristigen Erfolg, denn der Unterboden verdichtet rasch wieder nach. 

Die Rolle des Unterbodens ist für die Wasserversorgung der Pflanzen wichtig. Kommen die Wurzeln der angebauten Kulturen wegen dichten Bodens nicht weiter, führt das zu Hitze- und Trockenstress. Das Problem: Insbesondere Tageswerte von über 30 Grad Celsius im Frühsommer verursachen Hitzestress bei Wintergetreide. Geschieht das vor der Blüte, führt dies zu einer unterdrückten Kornfüllung, beziehungsweise nach der Blüte zu kleinen Körnern. Die Folge sind deutliche Mindererträge oder Totalausfall.  

 

Organisches Material 

Neuere Erkenntnisse legen nahe, dass sich diese Nachteile durch Einbringen organischen Materials in den Acker beheben lassen. In dem BonaRes-Verbundprojekt „Soil3“ wurde diese Technik bereits erprobt. 

Das Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP) will nun im Projekt DigiRoot ähnliches versuchen. Die Wissenschaftler planen, mit einer leichten, von Hand zu bedienenden Grabenfräse vier Zentimeter breite und bis zu 60 Zentimeter tiefe Schlitze in den Ackerboden zu fräsen. In diese füllen die Forscher Kompost in unterschiedlichen Mengen. Das vertikal eingefüllte organische Material erhöht das Bodenvolumen und vergrößert damit die für Feldpflanzen nutzbare Wassermenge.  

Wo genau der erfolgreiche Einsatz dieser Technik möglich ist, soll mit Luftbildaufnahmen per Drohne untersucht werden. Das IASP will dafür eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Drohnen- Software entwickeln. Diese soll Flächen identifizieren, die sich lohnen, mit der benannten Technik meliorativ zu verbessern. Umgesetzt werden die Maßnahmen unter anderem auf der IASP-eigenen Versuchsstationen Berge. 

 Die pflanzenbauliche Produktion in Brandenburg soll mit dieser Melorationstechnik besser an Hitze- und Trockenstress angepasst werden. Denn: In den vergangenen 70 Jahren kletterten die Temperatur in Brandenburg deutlich. Auf der IASP-Versuchsstation Berge stellten die Wissenschaftler fest, dass die Jahresmitteltemperatur seit 1951 durchschnittlich um 2,6 Grad Celsius anstieg. In Berge hofft man, den Landwirten in Brandenburg mit dieser Technik vielleicht eine praktische Hilfe an die Hand zu geben, die Folgen des Klimawandels abzumildern. 

 

Quelle für diesen Text: IASP-Projektantrag 

PROJEKTLAUFZEIT:

01.11.2021 - 31.10.2024

PROJEKTFÖRDERUNG:

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK)

FÖRDERKENNZEICHEN:

entfällt

PROJEKTLEITUNG:

Dr. rer. agr. Stefan Köhler (IASP)

KOOPERATIONSPARTNER:

Landwirtschaftsbetrieb Havellandhof Ribbeck, pix4di