PROJEKTÜBERSICHT

CO2-Bindung mit Hanf

Industrie-Hanf in Brandenburg – Kohlenstoff-Sequestrierung entlang der Wertschöpfungskette vom Anbau bis zum Produkt

Der Anbau von Industrie-Hanf hat in Brandenburg eine lange Tradition, wurde aber Anfang des 20. Jahrhunderts durch Baumwolle und Kunstfasern verdrängt. Mittlerweile bauen ihn Landwirte zum Beispiel in der Uckermark, Prignitz und Lausitz an. Denn die Vorteile dieser heimischen Faserpflanze sind deutlich. Hanf gedeiht auch auf sandigen Böden, liefert vergleichsweise viel Biomasse und die Fasern und Schäben sind für viele Produkte derzeit stark nachgefragt. Dazu kommt: Hanf bietet durch zahlreiche langlebige Hanf-Produkte sowie sein Wurzelvolumen ein hohes Kohlenstoff-Bindungsvermögen pro Flächeneinheit.  

Um dieses Potenzial der Kohlenstoff-Sequestrierung näher zu beleuchten, startete das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) in Potsdam das Dreijahres-Projekt „Industrie-Hanf in Brandenburg – Kohlenstoff-Sequestrierung entlang der Wertschöpfungskette vom Anbau bis zum Produkt“. Als Praxispartner mit dabei: Der landwirtschaftliche Familienbetrieb Agro Saarmund, der den Hanfanbau bereits erprobt und erste Vermarktungsstrategien entwickelte. Für die Entwicklung und Vermarktung von Baustoffen sind zudem die MRHemp Hanfberatung und die Branchmark UG zuständig. 

Die am Projekt Beteiligten führen Feldversuche unter Praxisbedingungen auf den Flächen der Agro Saarmund mit zwei Hanf-Sorten durch. Regelmäßig werden die Erntemengen und Wurzel-Biomassen ermittelt sowie Bodenproben genommen, um Gehalte von Humus, Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor zu untersuchen. Anhand einer exemplarischen Wertschöpfungskette für ein Produkt, gefertigt aus dem Projekt-Hanf, soll die CO2-Speicherung dargestellt und bewertet werden. 

Das Faserpflanzenstrohs wird geerntet, gelagert und anschließend aufbereitet. So entstehen zwei Hauptproduktströme: Fasern und Schäben. Beide Fraktionen werden in einer Vielzahl von modernen Produkten eingesetzt: 

  • Als Verbundwerkstoff für den Leichtbau in der Fahrzeugfertigung und für technische Textilien 
  • Nutzung der Fasern und des holzigen Innenkerns des Hanfstängels in Baustoffen, die zudem Heiz- oder Klimatisierungsenergie einsparen
  • Bekleidung
  • Nutzung vor allem von Hanfsamen und –ölen sowie Blatt und Blüten für Lebens- und Futtermittel.

Das Projekt wird vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK) gefördert. Einen Anstoß zu diesem Projekt gab die Koordinierungsstelle am ILU, die das Projekt weiter unterstützt, beispielsweise durch Öffentlichkeitsarbeit. 

 

Quelle für diesen Text: ATB-Projektantrag 

PROJEKTLAUFZEIT:

01.11.2021 - 31.10.2024

PROJEKTFÖRDERUNG:

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK)

FÖRDERKENNZEICHEN:

entfällt

PROJEKTLEITUNG:

Prof. Dr. agr. habil. Barbara Sturm

KOOPERATIONSPARTNER:

Agro Saarmund, MRHemp Hanfberatung, Branchmark UG