PROJEKTÜBERSICHT

Bio4Food

Extrakte aus Thymian und Fenchel

Der großflächige Einsatz von persistenten synthetischen Pestiziden stellt in der Landwirtschaft ein großes Risiko für die biologische Vielfalt und die Umwelt dar. Darüber hinaus betrachtet die Öffentlichkeit Pestizide als problematisch und wünscht sich pestizidfreie Produkte. Die Auseinandersetzung mit diesen Bedenken und das Finden eines nachhaltigen Gleichgewichts zwischen „umweltfreundlicher“ und „profitabler“ Pflanzenproduktion stellen Herausforderungen für Landwirte dar. Um den Anliegen der Landwirte und Verbraucher gerecht zu werden, müssen innovative Lösungen zur Sicherung der Ernteerträge, zur Minimierung von Nahrungs- und Ernteabfällen sowie zur Erzeugung von Gemüse und Früchten mit gesundheitsfördernden Eigenschaften geschaffen werden.

Das Projekt Bio4Food befasst sich mit diesen drei Aspekten und verfolgt dabei eine Strategie der Verwertung von Ernteabfällen. Die Idee ist, aus Reststoffen der Pflanzen Thymian, Fenchel und Tomate sowie zwei weiteren Arten jeweils Extrakte zu gewinnen. Deren biostimmulierende Wirkung sollen genutzt und zudem Funktionen eines Biopestizids übernehmen. Von Thymian ist eine medizinische Wirkung seit langem bekannt und auch Fenchel und die Stängel der Tomate enthalten Stoffe mit nutzbaren Inhaltsstoffen.

ILU-Wissenschaftler wollen eine Wasserextraktion vornehmen und diese weiter untersuchen. Finden sich vielversprechende Polyphenole, wird weiter verfeinert. Ein italienisches Institut wird diese Extrakte dann über Gemüse versprühen und dessen biozide Eigenschaften untersuchen. Die Reststoffe, also die Feststoffe, die bei der Extraktion übrigbleiben, verwenden die Italiener zudem als Kompost. So erhält man einen möglichst geschlossenen Kreislauf.

Ziel ist, Ertrag und Qualität der Pflanzen zu fördern und deren Gehalt an den gesundheitsfördernden Mineralien Eisen, Magnesium und Zink zu erhöhen. Die Marktchancen des Ansatzes werden untersucht, um einen Fahrplan für die Umsetzung in der Pflanzenproduktion und im Pflanzenschutz zu entwickeln. Die Möglichkeit der Wiederverwertung von Abfällen wird auf der Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe bis hin zur Nahrungsmittelindustrie bewertet, wobei die Rentabilität des Ansatzes berücksichtigt wird.

 

PROJEKTLAUFZEIT:

2020-2023

PROJEKTFÖRDERUNG:

Cofund ERA-NETs CORE Organic

FÖRDERKENNZEICHEN:

2819OE150

PROJEKTLEITUNG:

Martin Almendinger, M. Sc.

KOOPERATIONSPARTNER:

Universität Gent Centro di ricerca Agricoltura e Ambiente Abdelmalek Essaadi University Ajinomoto Omnichem