Der Einsatz natürlicher Wachse für unterschiedliche Anwendungen ist in vielen Branchen bereits üblich. Einige Beispiele sind die Ölbindung in Schuhcremes und Lippenstiften, die wasserabweisende Wirkung in Dragees und industriellen Beschichtungen, ebenso die Trennwirkung in Backwaren und Kunststoffen. Ebenso benötigen Autopolituren und Druckfarben Wachse für ihre Kratzfestigkeit und Wachse finden sich in Weichmachern in Schmelzklebstoffen sowie im Kaugummi.

Für die Pflanzengesundheit dienen Baumwachse dem Schutz vor UV-Strahlung oder Parasiten und in der modernen Landwirtschaft als Beschichtung von Pflanzensamen, um diverse Vorteile zu erreichen. Jedoch drängen verschiedene Faktoren bei der Saatgutbeschichtungen zur Erforschung weiterer zuverlässiger und effizienter Beschichtungsformulierungen: So müssen Schwierigkeiten beim biologischen Abbau von Beschichtungsmaterialien sowie beim Einfluss chemischer Inhaltsstoffe auf das Saatgut gelöst werden. Das Ziel des Projekts VitalCoat ist es daher, Wachse und Wachsmischungen zu entwickeln, die zum einen auf mit Schad-Pilzen befallener Rinde von Bäumen aufgetragen werden. Dort sollen sie insbesondere eine Heilung unterstützen. Zum anderen soll auf die genannte Problematik bei der Beschichtung von Saatgut eingegangen und neue Formulierungen entwickelt werden. Zudem wollen die Projektverantwortlichen den Einfluss dieser Wachse, aufgetragen auf Samen von Bäumen und Nutzpflanzen, auf die Pflanzenentwicklung untersuchen.

Der Clou: Die natürlichen Wachse werden dabei aus heimischen Pflanzen oder Pflanzenresten gewonnen, wodurch die grüne agro-industrielle Kreislaufwirtschaft gestärkt wird. Außerdem sollen die Wachsgemische die Baumgesundheit insbesondere im urbanen Grün unterstützen, um die Funktion von Grünflächen bei der Regulierung des Mikroklimas zu erhalten.