PROJEKTÜBERSICHT

Obstbaukoordinator

Den Obstbau in Brandenburg entwickeln

Der Obstbau in Brandenburg ist vom Klimawandel direkt betroffen. Dürre, Sturm und Starkregenereignissen, Schädlingsbefall und Krankheiten verringern Erträge und Gewinne der Kulturen. Die Anbaurisiken steigen und bleiben für die Obstbauern schwer kalkulierbar.  In Brandenburg ist der Apfel mit einer Anbaufläche von rund 917 Hektar die dominierende Obstart und die Nachfrage der Kunden nach regionalem Obst sehr hoch.

Neben dem Land Brandenburg ist der Ballungsraum Berlin ein wichtiger Absatzmarkt. Um den Veränderungen durch den Klimawandel zu begegnen, benötigen die Betriebe dringend Beratungs- und Praxishilfen, der Koordinierungsbedarf für Anbaumethoden, Pflanzenschutz und Sortenwahl im Obstbau gewinnt an Bedeutung. Denn der Klimawandel verlangt nicht nur Anpassungsstrategien, sondern auch Investitionen, beispielsweise in Bewässerung, Frost- und Hagelschutz. Um den Brandenburger Obst-Produktionsstandort zu erhalten und zu entwickeln,  ist eine qualifizierte Obstbaukoordinierung für das Land nötig. Diese muss dem Klimawandel Rechnung tragen, die regionalen Produktionsbedingungen wie auch Sortenwahl und das obstbauliche Versuchswesen im Blick haben. Dafür ist eine fachliche Aus- und Weiterbildung einer Person mit entsprechender Eignung und Praxiserfahrung nötig. 

 

Obst und Sonderkulturen 

Dafür soll an zwei Standorten ausgebildet werden: Zum einen beim Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V./OVR am ESTEBURG Obstbauzentrum in Jork und zum anderen an der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e.V. (LVGA) mit der angegliederten Obstbau-Versuchsstation (OBVS) in Müncheberg.  Die LVGA ist als Standort für die Obstbaukoordinierung prädestiniert. Sie kann an ihren Standorten Kern- und Steinobstplantagen, Beerenobst sowie Sonderkulturen vorweisen und bietet Forschung, das Versuchswesen und ein breites fachliches Bildungsangebot zu den unterschiedlichen Obstkulturen. 

Der Obstbaukoordinator wird die Aufgabenfelder Kernobst, Steinobst, Beerenobst, Sonderkulturen und Lagerung abdecken und so die Obstbauern der Region mit dem Beratungsangebot bei ihren fachlichen Entscheidungen helfen. Die Koordinationsstelle ist damit auch eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Forschung und dem Erwerbsobstbau. Ziel ist zudem, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit in allen Betriebsbereichen zu erhöhen.  Eine Kooperation der LVGA mit dem Obstbauversuchsring des Alten Landes, dem größten obstbaulichen Beratungsring Deutschlands, der die Region Niederelbe sowie Betriebe im gesamten norddeutschen Raum umfasst, ist auch nach dem Ende der Projektlaufzeit angedacht.  

 

Quelle für diesen Text: LVGA-Projektantrag 

PROJEKTLAUFZEIT:

01.11.2021 - 31.12.2024

PROJEKTFÖRDERUNG:

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK)

FÖRDERKENNZEICHEN:

entfällt

PROJEKTLEITUNG:

Daniel Kaiser (LVGA)

KOOPERATIONSPARTNER:

Obstbauversuchsring des Alten Landes