PROJEKTÜBERSICHT

Aquakult

Entwicklung von Maßnahmen für die Anpassung von Fischbeständen, Fischerei und Aquakultur in Brandenburg an den Klimawandel 

Die für die kommenden Jahrzehnte prognostizierten klimatischen Veränderungen bedeuten hierzulande häufige Hitzetage und Trockenperioden sowie Starkniederschläge und zeitlich verschobene Regenphasen. Für die Gewässer in Brandenburg bedeutet das eine stärkere Verdunstung, höhere Wassertemperaturen und stärker schwankende Wassermengen. Das hat Folgen für die dort lebenden aquatischen Organismen, somit auch für Fischbestände und deren Aufzucht. Das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow (LfB) sucht jetzt speziell für Zuchtfische nach Abhilfe. Das Projekt heißt „Entwicklung von Maßnahmen für die Anpassung von Fischbeständen, Fischerei und Aquakultur in Brandenburg an den Klimawandel“. 

 In Brandenburger Seen und Flüsse siedeln 60 Fischarten. Insbesondere an sommerkühle Habitate und strömende Verhältnisse angepasste Arten wie Renken (Coregoniden), Forellen (Salmoniden), Äsche (Thymalliden) sind direkt in Bestandsdynamik und Ausbreitung betroffen. Das wirkt sich somit auch auf deren Nutzer aus: Die Wirtschaftsbereiche Fischerei und Aquakultur, aber auch Angler und Kunden müssen sich auf Veränderungen einstellen: Beispielsweise werden Seen früher im Jahr erwärmt, zudem stärker. Dadurch verändern sich die Temperaturschichten sowie die Stoffumsätze, und es tritt häufiger Sauerstoffmangel auf. Mit dem Zufluss von organischem Material durch Starkregen reichen sich Nährstoffe an, was Blaualgenblüten begünstigt, die Giftstoffe produzieren können. Höhere Jahrestemperaturen bedeuten, dass im Winter Gewässer seltener zufrieren.  

Das alles führt zum Habitatverlust für Fischarten, die an niedere Temperaturen gebunden sind. Dazu kommt: Eine stärkere Verdunstung von Gewässern erhöht das Risiko von Niedrigwasserständen und damit den Verlust von strukturierten Uferbereichen, den Reproduktions- und Jungfischhabitaten. 

 Auf die klimatischen Veränderungen muss sich die Fischwirtschaft anpassen. Es gilt, die Resilienz von Fischartengemeinschaften zu stärken und die Perspektiven einer nachhaltigen Fischnutzung zu erhalten. Schließlich versorgen Unternehmen aus Fischerei und Aquakultur die Brandenburger mit regional erzeugten Lebensmitteln, fördern Tourismus und lokale Identifikation und schaffen Arbeitsplätze im ländlichen Raum.  

 Drei Lösungsansätze verfolgen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen: Das Forscherteam will Materialien für eine künstliche Beschattung bei Salmoniden-Haltern testen. So sollen Erkenntnisse über Möglichkeiten zur Dämpfung von sommerlichen Temperaturspitzen des Haltungswassers gewonnen und ebenso für natürliche Gewässer geprüft werden. Zudem werden Fütterungszeiten an Temperaturverläufe des Wassers angepasst und die Leistungsfähigkeit und Tierwohl der Bestände untersucht. Geprüft werden soll zudem, ob sich Regenbogenforellenbestände aus anderen Regionen besser für die Haltung bei höheren Wassertemperaturen eignen. Die Untersuchungen werden vom Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow koordiniert und in Zusammenarbeit mit der Praxis in der Praxis durchgeführt. Die im Rahmen des Vorhabens gewonnenen Ergebnisse können zur notwendigen Klimawandelanpassung der Binnenfischerei in Brandenburg beitragen.  

 

 

Quelle für diesen Text: LfB-Projektantrag 

PROJEKTLAUFZEIT:

01.09.2021 - 31.12.2024

PROJEKTFÖRDERUNG:

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK)

FÖRDERKENNZEICHEN:

entfällt

PROJEKTLEITUNG:

Dr. Uwe Brämick

KOOPERATIONSPARTNER:

Fischereibetrieb Martin Rinast, 25 Teiche GmbH , Binnenfischerei Potsdam GbR, Forellenanlage Klein Wall,Heinitz-Forelle Rüdersdorf,Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin e.V