PROJEKTÜBERSICHT

KlimaBiene

Klimaangepasste Bienenhaltung

Die Brandenburger Imker müssen sich den Folgen des Klimawandels anpassen, um auch in Zukunft eine nachhaltige und produktive Haltung gesunder Bienen in Deutschland betreiben zu können. Mit dem Projekt KlimaBiene will das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf (LIB) 

die Grundlagen für die Entwicklung klimaangepasster Betriebsweisen in der Bienenhaltung legen. Schließlich gilt die Honigbiene als viertwichtigstes Nutztier in Deutschland und als essenzieller Bestäuber vieler landwirtschaftlicher Kulturen und Wildpflanzen. 

 Wetterdaten zeigen, dass das Frühjahr in den letzten 60 Jahren wärmerer und trockener wird. Beispielsweise verlängerte sich im Naturraum Spreewald die Vegetationsperiode um 28,2 Tage. Für die Bienen ergibt sich daraus eine qualitative und quantitative Veränderung des Trachtangebots, ebenso kommt es zu einer zeitlichen Verschiebung. Ein wärmeres Frühjahr führt zu einem früheren Trachtbeginn und damit zu einem vorgezogenen Brutbeginn. Die so verlängerte Brutsaison im Bienenvolk verschafft der ektoparasitischen Varroamilbe, die sich ausschließlich in der Brut vermehren kann, einen Vorteil: Sie kann ihre Population im Volk über einen längeren Zeitraum aufbauen, was zu einem stärkeren Befall und höhere Bienenvölkerverluste im Winter führt. Auch andere Pathogene wie Darmparasiten profitieren von milden Temperaturen. Schlussendlich haben die Zusammenhänge Folgen für die Honigproduktion in Menge und Qualität. Denn ein sich änderndes Blütenangebot wirkt sich auf den Nährwert von Nektar und Pollen aus, was sich wiederum auf die Stresstoleranz und Krankheitsanfälligkeit der Bienen auswirkt. 

Ziel des Projektes ist es, die Volksentwicklung, die Bienengesundheit und das genutzte Pflanzenangebot im Umkreis ausgewählter Bienenstände zu erfassen. Auf der Grundlage dieser Daten werden konkrete Empfehlungen und Module für die Bienenhaltung in Brandenburg und Deutschland in Zeiten des Klimawandels erarbeitet. Für eine enge Verknüpfung mit der Praxis kooperiert das Institut mit der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald und mit 15 Imkern aus der Region Spreewald. 

 

Quelle für diesen Text: LIB-Projektantrag 

PROJEKTLAUFZEIT:

01.10.2021 - 31.12.2024

PROJEKTFÖRDERUNG:

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK)

FÖRDERKENNZEICHEN:

entfällt

PROJEKTLEITUNG:

Prof. Dr. Elke Genersch (LIB)

KOOPERATIONSPARTNER:

Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald und mit 15 Imkern aus der Region Spreewald