PROJEKTÜBERSICHT

Direktsaat

Wie sät man Bäume am besten?

Das südliche Brandenburg zählt zu den klimaempfindlichsten Waldbauregionen in Mitteleuropa. Das zeigt sich vor allem an der Hauptwirtschaftsbaumart: Die Gemeine Kiefer leidet unter Wassermangel und Hitze, Borkenkäfer und nadelfressende Insekten sowie Pilze (Triebsterben, Nadelbräune).  Die Hitze- und Dürrejahre 2018 bis 2020 brachten mehrere hundert Hektar zum Absterben, etwa 15 Tausend Hektar weisen akute Schäden auf. Tatsächlich scheint eine geregelte Kiefernwirtschaft in Brandenburg nur noch eingeschränkt möglich. Die Situation zwingt Waldbesitzer, die Technik der Walderneuerung zu verändern. Zum einen sollte stärker auf Laubbäume gesetzt werden, zum anderen gewinnt die Direktsaat an Bedeutung. Die Saat von Laubbaumarten ist eine sehr naturnahe Methode und für Waldbesitzer von großen und kleinen Betrieben leicht umsetzbar. Denn Techniken von der Handsaat bis zu vollmechanisierten Verfahren sind möglich. Hier setzt das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften (FIB) an. Dessen Projekt „Neue Verfahren der Walderneuerung – Technikversuche zur vollmechanisierten Direktsaat von Zielbaumarten“ erforscht das Verjüngungsverfahren per Saat. 

 Das Säen von Bäumen zählt zur geforderten Praxis für eine naturgemäße Waldwirtschaft, wird jedoch kaum umgesetzt und es gibt viele offene Fragen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des FIB wollen Antworten geben und in ihrem Projekt zunächst vorhandene im südlichen Brandenburg überprüfen. Anschließend werden repräsentative Versuchsflächen angelegt. Dafür wird mit dem Einbringen der Saat von Trauben-Eiche und Rot-Buche sowie vereinzelt Weiß-Tanne und Hain-Buche experimentiert, verschiedene Verfahren getestet sowie das Ausbringen in Frühjahr und Herbst. Viele der praktischen Tätigkeiten übernehmen Mitarbeiter des Maschinenhofs der Landeswaldoberförsterei Doberlug (LFB). Unter anderem kommt die Multifunktionsraupe Moritz FR 50/75 des Herstellers Pfanzelt mit einer Direktsaatkombination zum Einsatz. 

 Später folgt die Dokumentation des Verjüngungserfolge, zudem wollen die Forscher mit Waldwachstumssimulatoren, wie sie derzeit am FIB entwickelt werden, eine Prognose zum künftigen Wuchsverlauf der kommenden Bestandesgeneration geben. Am Ende des Projekts stehen Handlungsempfehlungen für die Forstpraxis.  Die Überführung der Ergebnisse in die Praxis und weitere Öffentlichkeitsarbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Versuchswesen des Instituts für Lebensmittel- und Umweltforschung (ILU). 

 Das Forschungsvorhaben, das aus Mitteln des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK) gefördert wird, unterstützt die Klimaanpassung im Wald und bringt mehr Expertise für alle Walbesitzarten im Nordostdeutschen Tiefland. 

 

Quelle für diesen Text: FIB-Projektantrag 

PROJEKTLAUFZEIT:

01.09.2021 - 31.12.2024

PROJEKTFÖRDERUNG:

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg (MLUK)

FÖRDERKENNZEICHEN:

entfällt

PROJEKTLEITUNG:

Anica Süßkind

KOOPERATIONSPARTNER:

Maschinenhofs der Landeswaldoberförsterei Doberlug (LFB)